420 (four twenty): Bedeutung, Geschichte & Herkunft

Visual zur Bedeutung und Geschichte von 420

420 ist eine Zahl, die in der Cannabiskultur für Cannabis und fürs Kiffen steht. Die 420 Bedeutung hat zwei Seiten: die Uhrzeit 4:20 Uhr nachmittags, also 16:20, und das Datum 20. April, das im amerikanischen Format 4/20 geschrieben wird. Ausgesprochen wird der Code englisch, als four twenty.

Anders als viele Legenden behaupten, hat 420 einen gut belegten Ursprung: eine Schülergruppe in Kalifornien, Anfang der 1970er-Jahre. Wir erklären, woher der Code kommt, warum der 20. April zum Kiffertag wurde, welche Erklärungen nicht stimmen – und was 420 in der Schweiz rechtlich bedeutet.

Was bedeutet 420?

420 ist ein Code aus der Cannabiskultur, der für Cannabis und das gemeinsame Kiffen steht. Er wird auf drei Arten verwendet: als Uhrzeit (16:20 Uhr), als Datum (der 20. April, „4/20“) und als Erkennungszeichen der Szene, etwa in „420-friendly“. Entstanden ist er 1971 als Codewort einer Schülergruppe in Kalifornien.

Heute ist 420 weniger ein Geheimcode als ein Symbol. Wer „Happy 420!“ schreibt, grüsst am 20. April oder um 16:20 Uhr die Cannabis-Community – ein Brauch, kein Termin mit Pflicht. Im Alltag taucht die Zahl in festen Wendungen auf:

  • „Ist dieser Ort 420?“ heisst: Darf man hier Cannabis rauchen?
  • „Es ist irgendwo 420“ heisst: Irgendwo auf der Welt ist es gerade 16:20 Uhr.
  • „Wir sehen uns später für eine 420“ heisst: Wir treffen uns später zum Kiffen.

Die Wendungen zeigen, wie aus einer Uhrzeit ein Wort für die Sache selbst geworden ist.

Four twenty: so wird 420 ausgesprochen

Die Zahl 420 wird four twenty gesprochen, nicht „vierhundertzwanzig“. Die englische Aussprache verrät die Herkunft: Der Code stammt aus den USA und wurde dort als Uhrzeit gelesen. Zwei Schreibweisen zeigen die beiden Bedeutungen: 4:20 steht für die Uhrzeit, 4/20 für das Datum, weil Amerikaner zuerst den Monat und dann den Tag schreiben. Wer also „four twenty“ sagt, meint je nach Zusammenhang 16:20 Uhr oder den 20. April – und beides führt zurück zu derselben Geschichte.

Woher kommt 420?

420 stammt von einer Schülergruppe aus San Rafael in Kalifornien, die sich 1971 jeden Nachmittag um 4:20 Uhr traf. Diese Herkunft ist durch Zeitzeugen und erhaltene Dokumente belegt. Daneben kursieren mehrere Legenden, die wir im Abschnitt zu den Mythen einordnen. Hier geht es um den belegten Weg: vom Treffpunkt einer Schule zum weltweiten Datum.

Die Waldos und die San Rafael High School

Fünf Schüler der San Rafael High School, die sich selbst „die Waldos“ nannten, verabredeten sich 1971 nach dem Unterricht um 4:20 Uhr an der Statue von Louis Pasteur auf dem Schulgelände. Anlass war eine Schatzsuche: Eine handgezeichnete Karte sollte zu einem verlassenen Hanffeld bei Point Reyes führen, das ein Angehöriger der Küstenwache angeblich nicht mehr pflegen konnte.

Ihren Namen hatten die fünf – Steve Capper, Dave Reddix, Jeffrey Noel, Larry Schwartz und Mark Gravich – von der Mauer vor der Schule, an der sie gewöhnlich sassen. Wochenlang zogen sie mit der Karte los, jedes Mal ohne Erfolg. Das Feld fanden die Waldos nie, aber „420“ blieb. Die Zahl wurde ihr Codewort, mit dem sie vor Eltern und Lehrern übers Kiffen sprechen konnten. Hier liegt auch der wahre Kern der Legende von der „geheimen Insel voller Cannabis“: Es war kein Eiland, sondern ein Feld an der kalifornischen Küste.

Grateful Dead und High Times: wie 420 um die Welt ging

Bekannt wurde 420 nicht durch die Waldos selbst, sondern über ihr Umfeld. Ein Bruder eines der Schüler war mit Musikern der Band Grateful Dead befreundet, und über deren Fan-Szene, die Deadheads, verbreitete sich das Codewort in den 1970er- und 1980er-Jahren. Die Deadheads reisten der Band von Konzert zu Konzert nach und nahmen ihre Sprache mit – so kam „420“ aus Marin County in Säle im ganzen Land.

1990 verteilten Fans bei einem Konzert in Oakland einen Flyer, der zum Treffen „um 4:20 am 4/20“ aufrief. Das Cannabis-Magazin High Times druckte ihn 1991 ab, und Redakteur Steven Hager machte 420 in den folgenden Jahren zum festen Begriff. Ab da war der Code nicht mehr regional, sondern international.

Warum ist der 20. April der Kiffertag?

Der 20. April ist der Kiffertag, weil 4/20 im amerikanischen Datumsformat (Monat/Tag) genau dieses Datum bezeichnet. Einen vierten Tag des zwanzigsten Monats gibt es nicht, also wurde die Zahl umgedreht gelesen: So wurde aus der Uhrzeit der Waldos ein Tag im Kalender. Seit den 1990er-Jahren treffen sich Mitglieder der Cannabis-Community am 20. April weltweit, oft verbunden mit Kundgebungen für eine Legalisierung.

Gefeiert wird dabei vor allem die Hanfpflanze und die Kultur rund um sie, nicht ein historisches Ereignis. Für viele ist der Tag auch ein Anlass, über Cannabispolitik zu sprechen, denn die Rechtslage unterscheidet sich von Land zu Land stark. Dass am selben Datum Adolf Hitler geboren wurde, ist Zufall – mehr dazu bei den Mythen weiter unten.

Was hat 420 mit Gras zu tun?

420 ist ursprünglich ein Code für THC-haltiges Cannabis, also für Gras im Sinne von Marihuana. Die Waldos meinten mit ihrer Verabredung das gemeinsame Kiffen, und so versteht die Szene die Zahl bis heute. Wichtig ist der Unterschied: Gras im Sinne von 420 ist nicht dasselbe wie CBD Gras. Marihuana bezeichnet die getrockneten Blüten weiblicher Cannabispflanzen mit hohem THC-Gehalt; THC ist der Stoff, der berauscht.

CBD Gras sind Hanfblüten mit unter 1% THC, die in der Schweiz legal verkauft werden dürfen; THC-reiches Marihuana ist es nicht. Wer 420 hierzulande begeht, findet im Handel deshalb legales CBD Gras aus Schweizer Anbau – Blüten mit ihrem eigenen Aroma, von erdig bis zitrusfrisch, und mit einem Laborbericht zum THC-Gehalt. Optisch ähneln sie Marihuana, chemisch steht bei ihnen CBD statt THC im Vordergrund.

420 in der Schweiz: was legal ist

420 ist international, die Rechtslage nicht: In der Schweiz entscheidet der THC-Gehalt, ob Cannabis legal ist. Hanf und CBD Produkte mit unter 1% THC sind legal erhältlich, während THC-haltiges Cannabis verboten bleibt. Gemessen wird dabei der Gesamt-THC-Gehalt, den der Laborbericht eines Produkts ausweist. Was im Einzelnen gilt, fasst unser Artikel zu CBD legal in der Schweiz zusammen.

Eine Ausnahme sind die bewilligten wissenschaftlichen Pilotversuche, in denen einzelne Städte den regulierten Verkauf von THC-Cannabis an registrierte Teilnehmende testen. Und: Die Teil-Legalisierung in Deutschland gilt in der Schweiz nicht, auch wenn deutsche Seiten am 20. April anderes nahelegen. Warum die beiden Cannabinoide rechtlich so verschieden behandelt werden, erklärt der Unterschied zwischen CBD und THC.

Mythen über 420: was nicht stimmt

Neben der belegten Herkunft halten sich mehrere Erklärungen, die nicht stimmen. Vier davon begegnen einem besonders oft – vom Polizeifunk bis zur Telefonvorwahl. Wir ordnen sie in der Reihenfolge, in der sie am häufigsten erzählt werden.

Der angebliche Polizeicode

420 ist kein Polizei-Funkcode für Cannabiskonsum. Der Mythos hält sich hartnäckig, vermutlich weil Polizeicodes wie „187“ aus der Popkultur bekannt sind. Belegt ist aber nur der Ursprung bei den Waldos in San Rafael: Die Zahl war das Codewort von Schülern, nicht von Polizisten.

Hitlers Geburtstag am 20. April

Dass Adolf Hitler am 20. April 1889 geboren wurde, hat mit 420 nichts zu tun. Der Bezug zum Datum entstand erst später und allein aus dem amerikanischen Datumsformat 4/20. Die Übereinstimmung ist reiner Zufall.

Die Bob-Dylan-Rechnung 12 × 35

Die Rechnung 12 × 35 = 420 aus Bob Dylans Song „Rainy Day Women #12 & 35“ ist eine nachträgliche Deutung. Der Song mit der Zeile „Everybody must get stoned“ erschien 1966, das Codewort entstand erst 1971. Die Zahlen im Titel ergeben zwar 420, erklären den Code aber nicht.

+420: die Vorwahl von Tschechien

+420 ist die internationale Telefonvorwahl der Tschechischen Republik und hat mit der Cannabiskultur nichts zu tun. Wer nach „+420“ sucht, meint meist eine Telefonnummer aus Tschechien. Die Übereinstimmung mit dem Szenecode ist ebenso zufällig wie das Datum.

420 im Alltag: Dating-Profile, Hashtags und Grüsse

Heute begegnet dir 420 seltener am 20. April als in Profilen, Posts und Chats. Die Zahl ist zu einer Selbstauskunft geworden: Wer sie verwendet, zeigt, dass er zur Cannabiskultur gehört oder ihr offen gegenübersteht. Zwei Orte sind dafür typisch.

Was bedeutet 420 im Dating-Profil?

„420-friendly“ oder „420 Lover“ im Dating-Profil heisst, dass jemand Cannabis konsumiert oder es beim Gegenüber toleriert. Auch die deutsche Form „420 Liebhaberin“ ist verbreitet. Es ist eine Angabe zum Lebensstil, kein versteckter Code für etwas anderes – vergleichbar mit „Nichtraucher“ oder „Weinliebhaber“. Manche nutzen die Angabe als Filter, um früh zu klären, ob der Lebensstil zusammenpasst. In der Schweiz bleibt THC-Cannabis trotzdem verboten, auch wenn beide Seiten 420-friendly sind.

#420 und „Happy 420“ in sozialen Medien

#420 markiert Posts aus der Cannabiskultur, und „Happy 420“ ist der Gruss zum 20. April oder zu 16:20 Uhr. Auf Instagram und TikTok sammelt der Hashtag Bilder von Pflanzen, Partys und Kundgebungen, die #420 Bedeutung ist dort also eher Szene-Etikett als Information. Am 20. April steigt die Zahl solcher Posts jedes Jahr sprunghaft an.

Rund um den Tag posten auch Schweizer Shops – meist mit Hanfprodukten unter 1% THC wie vorgedrehten CBD Joints aus Schweizer Hanfblüten. Das ist die legale Variante des Brauchs hierzulande.

Häufige Fragen zu 420

Was ist 710?

710 ist ein jüngerer Szenecode, der für Cannabis-Konzentrate steht. Auf den Kopf gestellt ergibt die Zahl 710 das englische Wort „OIL“, also Öl. Analog zum 20. April gilt deshalb der 10. Juli (7/10) als Tag der Konzentrate. Wie 420 ist 710 ein kulturelles Zeichen und keine Produktbezeichnung, und es ist deutlich weniger verbreitet.

Was bedeutet die Engelszahl 420?

Die „Engelszahl 420“ stammt aus der Numerologie, die Zahlenfolgen als Botschaften deutet, und hat keinen Bezug zur Cannabiskultur. Esoterische Seiten lesen darin etwa Zuversicht oder Wandel. Solche Deutungen sind Glaubensfragen, keine Tatsachen. Die Bedeutung von 420 als Cannabis-Code geht allein auf die Waldos zurück, und wer die Zahl in einem Cannabis-Kontext liest, meint fast immer diese.

Was bedeutet ein 420-Tattoo?

Ein 420-Tattoo ist ein Bekenntnis zur Cannabiskultur, ein Erkennungszeichen wie der Hashtag #420. Die Zahl steht dabei meist für die Zugehörigkeit zur Szene und ihre Geschichte, oft kombiniert mit einem Hanfblatt oder einer Uhr auf 4:20. Wie im Dating-Profil ist es eine Aussage über den eigenen Lebensstil, kein Hinweis auf einen bestimmten Konsum.

Fazit: 420 zwischen Kultcode und Schweizer Recht

420 ist ein Codewort mit belegter Herkunft: Die Waldos trafen sich 1971 um 4:20 Uhr, Fans der Grateful Dead und das Magazin High Times machten daraus einen weltweiten Begriff, und das US-Datumsformat machte den 20. April zum Kiffertag. Polizeicode, Hitler und Bob Dylan sind Legenden. In der Schweiz bleibt die Grenze klar: Legal ist nur Hanf mit unter 1% THC. Wer den 20. April hier begehen will, findet CBD Blüten aus Schweizer Anbau im uWeed Shop.

Profilbild von Loic AubonneyLoic Aubonney